NetSan e.V. – Vision – Aktion
Aktion
Wir sind Expert:innen für ressourcenorientierte Sanitärsysteme (ROSS) und wollen die Nährstoffe aus menschlichen Ausscheidungen zurück in den Kreislauf bringen. Dafür engagieren wir uns auf vielen Ebenen.
Wir bemühen uns, unsere Expertise in den politischen Raum einzubringen.
Wir engagieren uns für rechtliche Grundlagen, die eine breite Anwendung neuer Sanitärsysteme und die Aufbereitung von Urin und Fäzes als Dünger zulassen.
- Geändert werden müsste zum einen das deutsche Düngerecht, das bisher nur bestimmte Ausgangsstoffe zulässt; menschliche Ausscheidungen stehen bisher nicht auf der Liste. In der Schweiz, in Frankreich, Österreich und Liechtenstein sind dagegen aus Urin hergestellte Dünger bereits auf dem Markt.
- Im Abfallrecht fehlt bisher ein eindeutiger Abfallschlüssel für menschliche Ausscheidungen, der der Verwaltung eine klare Zuordnung ermöglicht.
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz legt fest, dass eine stoffliche Verwertung Vorrang hat vor der Beseitigung. In dieser Regelung sehen wir Rückenwind für unseren Ansatz. Schließlich sind die menschlichen Ausscheidungen für uns Wertstoffe, die wir als Dünger zurück in den Kreislauf bringen – während sie im gegenwärtigen Abwassersystem verbrannt und deponiert werden.
Copyright: Goldeimer
Wir sammeln Forschungsergebnisse aus unserem Themenbereich.
Mehrere Mitglieder sind oder waren beteiligt an Forschungsprojekten; mehr dazu auf der Seite
Nährstoffwende. Außerdem haben wir eine Metastudie zur Zusammensetzung & Wirkung von Recyclingdüngern aus menschlichen Ausscheidungen.
Sicherheit schreiben wir groß.
Uns ist klar, dass wir mit Stoffen umgehen, die Gefahren bergen können. Deshalb engagieren wir uns für die Entwicklung technischer Regelwerke.
- Wir haben den Produktstandard zur Qualitätssicherung von Recyclingdüngern mitentwickelt (DIN SPEC 91421).
- Auch an der DIN Norm 30762 haben wir entscheidend mitgeschrieben. Sie legt erstmals Standards für autarke, wasserlose Sanitärsysteme fest und bietet damit einen praxistauglichen Rahmen für Innovationen und politische Entscheidungen.
Beide DIN-Regelwerke werden bald als Europäische Standards weiterentwickelt.
Wir möchten durch Öffentlichkeitsarbeit vielfältige Berufsgruppen und die breite Bevölkerung davon überzeugen, dass nachhaltige Sanitärsysteme große Vorteile haben.
- Im Deutschen Pavillon der Architekturbiennale 2023 in Venedig haben wir zirkuläre Sanitärinfrastruktur öffentlichkeitswirksam in die Baukulturdebatte eingebracht.
- Wir beteiligen uns an Umweltfestivals und waren mehrfach auf der Re:publica präsent
- Wir arbeiten mit der TU Berlin zusammen und waren maßgeblich an der Vorbereitung eines Kongresses für Architekt:innen und Stadtplaner:innen zur Nährstoff- und Sanitärversorgung im September 2024 beteiligt. Ein weiterer Kongress im Herbst 2026 ist in Vorbereitung.
- Wir unterstützen Veranstaltungen zu Trocken-Toiletten-Themen durch unsere Informationen
- Auch auf der jährlichen „Wir haben es satt-Demo“ für eine andere Landwirtschaft sind wir inzwischen regelmäßig dabei.
Wir möchten durch Bildungsarbeit das Tabu rund um den Toilettengang aufbrechen und Menschen erreichen, für die unser Thema neu ist.
- Unsere interaktive Webseite
„You don´t know shit“ https://www.ydks.de ermöglicht eine spielerische Annäherung an das Alltags-Thema und macht neugierig, was in den unsichtbaren Teilen unseres Abwassersystems passiert. - Wir haben einen Workshop entwickelt: „Das Klo als transformatives Örtchen“. Wenn wir Kapazitäten haben, geben wir den Workshop selbst, stellen die Materialien aber auch gerne anderen zur Verfügung.