Aus dem Netzwerk: ‚Es riecht wie im Wald‘ – Modellversuch zu Trockentoiletten erfolgreich gestartet

Anmerkung: Das hier beschriebene Modellprojekt wird von Mitgliedern des Netzwerks umgesetzt. Wir freuen uns, dass Trocken- und Einstreutoiletten immer öfter den Weg in öffentliche Projekte und die Unterstützung von Städten und Gemeinden finden. Dieser Bericht ist ein Beispiel, wie unsere Mitglieder die nachhaltigen Toiletten in die Öffentlichkeit bringen.

Textauszug aus der Pressemitteilung – Originaltext und Video unter diesem Link: https://www.nowato.com/nowato-kontakt/nowato-in-der-presse/#pressebereicht_verein_wiesbaden

Der Kleingartenverein ‚Unter den Nussbäumen‘ zählt zu den altehrwürdigen Dauergartenanlagen der Landeshauptstadt Wiesbaden. Da in den inneren Gärten bewusst auf einen Anschluss an die städtische Kanalisation verzichtet wurde, erforderten steigende Nachfrage, heißere Sommer und Umsicht im Umgang mit unseren gemeinsamen natürlichen Ressourcen eine Ergänzung der bestehenden Sanitäranlage. Nach intensiver Recherche entschieden sich die 48 Gärten der Kolonie 5 zu einem Modellprojekt.

Die Einrichtung von zwei Einstreutoiletten wurde vorgesehen. Zwei 80 Liter Kammern mit Einstreu (Sägespäne, Laub und Rindenmulch) nehmen das organische Material auf. Nach jeder Nutzung wird nachgestreut. Die Einstreu bindet Flüssigkeiten und Geruch. Ätherische Öle aus Laub und Barke desinfizieren und duften angenehm. Der Wasserverbrauch sinkt, wie die Ansteckungsrate durch Krankheiten, die bei Wasserspülung durch Tröpfchenwolken im Raum verbreitet und übertragen werden. Parallel nimmt der Prototyp einer einfachen Mini-Pflanzenkläranlage gering belastetes Grauwasser vom Händewaschen und Spülen zur Verdunstung auf.

Nach umsichtiger Prüfung, Beratung und Begehung der Anlage, entschloss sich die Stadt Wiesbaden, den Modellversuch zu finanzieren und fachlich zu begleiten.

Die Anlage wurde in der ersten Juniwoche Verein und Kolonie zur Verfügung gestellt. Frau Felt und Frau Faaß von der Firma Nowato unterwiesen die zuständige ‚Haus-Crew‘ in der fachgerechten Führung und Säuberung der Anlage. Die Anlage wird zunächst in der laufenden Gartensaison für Sprechzeiten und ab Herbst für verbleibende Veranstaltungen im Koloniehaus zur Verfügung gestellt, zunächst wöchentlich geprüft und gereinigt und monatlich erneuert.

Die Beteiligten erhalten regelmäßige Berichte und Auswertungen zur Betreuung der Anlage und zum Verlauf der ersten Projektphase. Nach Dokumentation und Auswertung der ersten Phase zum Ende der laufenden Gartensaison wird eine Übertragbarkeit auf andere Standorte und Vereine geprüft und vorgesehen.