Unser Vereinsmitglied, die angehende Umweltingenieurin Zoe Holzmann, hat mit ihrer WG im Allgäu ein Pionierprojekt aufgebaut: Das Haus für die 8 Bewohner*innen in Aitrang hat keinen Anschluss ans Abwassersystem und benötigt auch die alte Grube nicht mehr, die früher regelmäßig abgepumpt werden musste. Stattdessen produziert die WG Dünger und kann das Abwasser dank einer guten Pflanzenkläranlage in einen Bach einleiten. Die Unkraut-Redaktion vom Bayerischen Rundfunk hat Zoe und Franz bei den Bauarbeiten begleitet und darüber einen äußerst sehenswerten Beitrag gemacht: Unbedingt angucken!

https://www.ardmediathek.de/video/unkraut/schaetze-aus-der-klaeranlage-wie-sollten-wir-mit-unserem-abwasser-umgehen/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDIxMzI2QTA

Das alte Haus ist mit Trockentrennklos ausgestattet – den Kot wollen Zoe und ihre Mitbewohner*innen kompostieren – so wie das NetSan-vereinsmitglied Finizio es in Eberswalde vorgemacht hat; auch deren Anlage wird im Film vorgestellt. In Aitrang reinigt eine selbst gebaute Pflanzenkläranlage das Wasser mit Pflanzenkohle und funktioniert ganz ohne Pumpe. Die zuständige Behörde hat ihr Pilotprojekt genehmigt – unter Auflagen. Der Film zeigt, dass die Alternative zum bisherigen Abwassersystem funktioniert und bei kluger Planung auch im Eigenbau möglich ist. Franz sagt am Schluss: Er hofft, dass sich viele Leute die Technik von ihrem Pionierprojekt einfach abgucken.

Zugleich macht der Beitrag deutlich, welcher Aufwand mit unserem Abwassersystem verbunden ist und dass die Nährstoffe dabei verloren gehen. Die  Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm ist mit viel Aufwand und hohen Kosten verbunden und funktioniert in ganz Bayern nur in einer kleineren Anlage. Der halbstündige fernsehbeitrag ist sehr gut recherchiert und bereitet unser Thema sehr verständlich auf. Super!