Fazit

Der Ansatz vieler Pionier:innen in unserem Bereich war zunächst der Aufbau nachhaltiger Sanitärsysteme. Die Einführung von Trockentoiletten, Trockentrenntoiletten oder auch urinseparierenden Toiletten spart auf jeden Fall Wasser.

Doch als NetSan e.V. schauen wir weit über den Rand der Kloschüssel hinaus. Wir wollen einen wichtigen Beitrag leisten für eine Zukunft, in der nachfolgende Generationen gut leben können.

Nötig ist, dass die menschliche Lebensweise wieder kompatibel wird mit den natürlichen Grenzen des Erdsystems. Dafür braucht es Orientierung. Wir vom NetSan e.V. sind überzeugt: Ein wichtiger Schlüssel liegt darin, Essen, Ausscheiden und die Produktion von Nahrung wieder als Teile eines Kreislaufs zu sehen und zu behandeln. So wie sich die negativen Entwicklungen bei der Überschreitung der planetaren Grenzen gegenseitig verstärkt haben, könnten sich dann auch Verbesserungen gegenseitig verstärken.

Die Frage mit der Gülle

Wir werden immer wieder gefragt, warum wir menschliche Fäkalien einsammeln und zurück auf die Felder bringen wollen, wo es doch schon heute zu viel Gülle aus der Tierhaltung gibt. Tatsächlich mussten in Niedersachsen deswegen schon mehrere Trinkwasserbrunnen geschlossen werden.

Unsere Antwort: Auch die Massentierhaltung ist aus vielen Gründen nicht zukunftsfähig. Einer davon betrifft die enormen Mengen an Gülle. Das Ausbringen auf die Äcker ist die billigste und einfachste Entsorgungsart, und deshalb wird sie im Übermaß genutzt. Wie immer macht die Dosis das Gift. Dem Pflanzenbedarf entsprechende Mengen an Tier-Mist sind ein hervorragender Dünger und Bodenverbesserer – und für die Landwirtschaft notwendig, denn die menschlichen Ausscheidungen allein reichen mengenmäßig nicht aus. Doch die riesigen Güllemengen, die heute aus der Massentierhaltung kommen, sind einfach viel zu viel und tragen erheblich zum Überschreiten der planetaren Grenzen bei.

Eine wachsende Menschheit kann gut ernährt werden

Dass es möglich ist, sogar eine weiter wachsende Weltbevölkerung gut zu ernähren, ohne dass der Planet überfordert wird, hat die Eat Lancet Commission wissenschaftlich nachgewiesen. Der von ihr vorgeschlagene Speiseplan ( Ein roter. Pfeil, der den Benutzer weiterführt, auf einen neuen LInk oder ein DokumentPlanetary health Diet –  https://eatforum.org/eat-lancet/the-planetary-health-diet/) enthält viel Pflanzliches und wenig Tierisches (und entsprechend entsteht bei einer solchen Ernährungsweise auch viel weniger Gülle). Dabei ist klar, dass die kulturellen und regionalen Unterschiede zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen, was dann tatsächlich auf den Tellern liegt. Auch bei der Sanitär- und Nährstoffwende muss es vielfältige Lösungen geben, die die Vor-Ort-Bedingungen immer einbeziehen.

Damit sich die Menschheit bei den planetaren Grenzen wieder in Richtung sicherer Handlungsraum bewegt, braucht es Veränderungen an vielen Stellen – kulturell, technisch, wirtschaftlich. Wir vom NetSan e.V. engagieren uns an den verschiedenen Schnittstellen der Sanitär- und Nährstoffwende und freuen uns, dass sich auch auf der Seite der Landwirtschaft und Nahrungsverarbeitung viele Organisationen und Menschen dafür engagieren, dass sich die Kreisläufe wieder schließen.

 

Auf der Seite Nährstoffwende: Ein roter. Pfeil, der den Benutzer weiterführt, auf einen neuen LInk oder ein Dokumenthttps://www.naehrstoffwende.org/ gibt es viel Hintergrundmaterial und wissenschaftliche Studien zum Thema.