NetSan e.V. – Vision – Wassermenge, Energie und Kosten

Wassermenge, Energie und Kosten

Wie läuft es heute? Wie ist es zukunftsfähig?

Eine Gegenüberstellung

Wasserverbrauch

WC

Hoher Trinkwasserverbrauch

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel. Im Durchschnitt fließen täglich 35 Liter pro Person durchs WC – und damit zehnmal so viel, wie zum Trinken und Kochen gebraucht werden.
Durch die Klimaerwärmung wird Wasser auch bei uns ein knappes Gut, viele Regionen der Welt leiden bereits unter extremen Wasserstress. Menschliche Ausscheidungen mit Trinkwasser abzutransportieren, wird deshalb immer problematischer.

Trockenklo

Kein Wasserverbrauch

Trockentoiletten benötigen kein Wasser. Damit reduziert sich der Wasserbedarf im Haushalt um etwa ein Drittel. Auch Vakuumsysteme oder lokal geschlossene Kreislaufsysteme, die auf Wassertoiletten basieren, können massive Einsparungen begünstigen. Entsprechend weniger Trinkwasser müssen die Wasserwerke aufbereiten und liefern.

 

Energie- und Ressourcenverbrauch

WC

Hoher Energie- und Ressourcenverbrauch

Das heutige Abwassersystem trägt zum Klimawandel bei: In vielen Kommunen ist das Klärwerk der größte Energieverbraucher. Das liegt vor allem an der biologischen Klärstufe. Die ständige Belüftung der Belebungsbecken, in denen Bakterien die Stickstoffeinträge eliminieren, ist extrem energieintensiv. Der Stickstoff stammt fast vollständig aus den menschlichen Ausscheidungen.
Auch beim Phosphor ist Urin die mit Abstand größte Quelle; hinzu kommen phosphathaltige Wasch- und Bleichmittel sowie Wasserenthärter. Um Phosphor aus dem Abwasser zu entfernen, kippen die Kläranlagen Metallsalze ins Abwasser, so das der Phosphor ausgefällt und im Klärschlamm landet. Weil er nun chemisch gebunden ist, wäre er nur mit erheblichem Aufwand zurückzugewinnen.

Trockenklo

Weniger Energie- und Ressourcenverbrauch

Würden Urin und Kot direkt an der Quelle gesammelt und so aus dem Abwassersystem herausgehalten, könnten Klärwerke zwei Drittel kleiner ausfallen. Das würde sehr viel Energie sparen.

Allerdings müssten natürlich auch Sammel- und Aufbereitungsanlagen gebaut und betrieben werden.

 

Kosten

WC

Hohe Kosten für öffentliche WCs

Der Zugang zu Sanitäreinrichtungen ist ein Menschenrecht. Die EU hat deshalb 2025 die Kommunalabwasserrichtlinie novelliert.
Sie verpflichtet größere Kommunen, bis 2029 eine ausreichende Zahl kostenlos zugänglicher öffentlicher Toiletten bereitzustellen.
Der Bau konventioneller WC- Häuschen ist teuer, vor allem wenn neue Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen dorthin verlegt werden müssen.

Trockenklo

Trocken-Toiletten günstiger und flexibler

Trockentoiletten im öffentlichen Raum benötigen weder einen Stromanschluss noch Zu- und Abwasserleitungen. Das senkt die Infrastrukturkosten massiv. Außerdem können sie schnell installiert werden und sind flexibel: Im Sommer im Freibad, im Winter neben der Schlittschuhbahn – kein Problem. Das senkt die Zahl der insgesamt benötigten öffentlichen Toilettenanlagen.

 

Infrastruktur

WC

Infrastruktur zu teuer für viele Regionen

In vielen Regionen der Welt gibt es keine funktionierende Kanalisation. Das Abwasser wird nur wenig behandelt oder ganz ungeklärt in die Flüsse und Meere geleitet. Urin und Dünger führen dort zu massiven Gesundheitsrisiken und Überdüngung.
Zugleich kann unser Abwassersystem aber auch kein Vorbild für den Rest der Welt sein, weil es extrem teuer ist. In Deutschland wird der durchschnittliche Wiederbeschaffungswert pro Meter Kanalisation mit 1794 Euro veranschlagt; insgesamt haben die Abwasserleitungen einen Wert von 1,1 Billionen Euro.
Dazu kommen hohen Anschaffungs- und Betriebskosten für Kläranlagen.

Trockenklo

Neue, umweltfreundliche Infrastruktur

Wo es ein funktionierendes Klärsystem gibt, macht ein Rückbau zunächst keinen Sinn, weil es neben dem Wasser aus Haushalten auch anderes Abwasser reinigt.

Doch wo neue Siedlungen entstehen, eine stark sanierungsbedürftige oder gar keine funktionierende Infrastruktur existiert, könnte ein System mit wasserlosen oder stoffstromtrennenden Toiletten errichtet werden. Durch die konsequente Trennung der Abwasserströme kann eine effiziente Nährstoffrückgewinnung und Grauwassernutzung aufgebaut werden. Das Gleiche gilt für Strang-Sanierungen in Bestandsgebäuden. Urin und Kot können im Keller gesammelt und vor Ort behandelt oder zu einer Verwertungsanlage in der Nähe gebracht werden.

Urin und Kot fallen überall an, wo Menschen leben. Das Gleiche gilt für den Bedarf an Dünger. Unser Ziel ist es, dass dezentrale Infrastrukturen entstehen, die Wertstoffe hygienisch aufbereiten und Dünger liefern.

 

Investionen

WC

Hoher Sanierungs- und Anpassungsbedarf

Inzwischen ist das Kanalnetz vielerorts in baulich schlechtem Zustand, Leckagen gefährden das Grundwasser. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) rechnet mit 800 Milliarden Euro Instandsetzungskosten für Trink- und Abwasser in den kommenden 20 Jahren.
Hinzu kommt, dass immer mehr Kanalrohre und -netze aufgrund von Wassersparmaßnahmen oder Bevölkerungsrückgang überdimensioniert sind. Sie müssten angepasst werden, weil der Abtransport des Abwassers sonst nicht klappt. nd Betriebskosten für Kläranlagen.

Trockenklo

Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur

Wo die Investitionskosten für die Sanierung extrem hoch sind, sollte ein Umbau schon heute erwogen werden. Schließlich schreitet die Klimaerwärmung voran und die Rohrinstandhaltung wird immer teuer bleiben. Selbst wenn jetzt eine Sanierung durchgeführt wird, steht sie in einigen Jahrzehnten erneut an.

 

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