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Zweiter internationaler Kongress zu Sanitär- und Nährstoffwende

    Vom 26. bis 30. November 2025 fand in La Bergerie de Villarceaux nahe Paris der zweite internationale Kongress zur Sanitär- und Nährstoffwende statt. Zusammen mit unseren französischer Partnerorganisation RAE sowie dem Schweizer Netzwerk VaLoo haben wir die fünftägige Veranstaltung organisiert. Anwesend waren 80 Menschen aus 16 Ländern – sogar aus Kalifornien, Malawi und Grönland gab es Vor-Ort-Informationen. Die Tage waren extrem inspirierend, die Kollektivintelligenz brodelte, der Zusammenhalt der Bewegung ist noch einmal deutlich gewachsen.

    Am Tagungsort zeigte der Markt der Möglichkeiten, dass bereits zahlreiche echte Kreislauf-Projekte existieren. Allerdings wurde bei den Panels und Diskussionen ebenfalls klar, dass vieles nur im Rahmen von Forschungsprojekten realisiert werden kann, weil nationale und europäische Gesetze die Skalierung verhindern. Auch eine holistische Perspektive ist in der Politik noch nicht angekommen. Dabei lassen sich grundlegende Verbesserungen bei Wassermangel, Artensterben, Klimakrise, Phosphorknappheit, dem gestörten Stickstoffkreislauf, aber auch bei viele soziale Fragen nur durch ein ganzheitliches Vorgehen und systemische Ansätze erreichen.

    Frankreich ist in vielen Aspekten vorneweg. Hier regelt bereits seit 2009 ein Gesetz den Einsatz von Trockentoiletten. Außerdem gibt es seit einigen Jahren Fördergeld für Gebäude und Siedlungen, in denen der Urin getrennt gesammelt wird. Am ersten Tag des Kongresses inspizierte eine Gruppe die urin-separierenden Toiletten bei der europäischen Weltraumorganisation (ESA), in deren Keller der Dünger Aurin hergestellt wird.

    Auch eine ganze Siedlung soll bis 2030 entsprechende ausgestattet sein. Die Wasserknappheit im Jahr 2022 und die rasant steigenden Düngerpreise zu Beginn des Ukrainekrieges haben in den französischen Ministerien die Einsicht befördert, menschliche Exkremente als Ausgangsstoffe für Dünger zuzulassen. In der Schweiz ist Aurin schon länger auf dem Markt. In Deutschland dagegen verhindert das Düngerecht bisher den Verkauf. Auch fehlt nach wie vor ein Abfallschlüssel für menschliche Exkremente.